Netzwerk Kirchenreform - Friday, 10. September 2010
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Steinacker lobt EKD-Reformpapier

Stellungnahmen aus EKD-Gliedkirchen zum EKD-Impulspapier

  

Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Steinacker Kirchenpräsident der EKHN

Darmstadt (epd). Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Peter Steinacker hat das in der vergangenen Woche veröffentlichte "Impulspapier" der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) begrüßt. Die Vorschläge zur Reform der Kirchen seien "seit Jahren das Beste, was die EKD hervorgebracht hat", sagte Steinacker am 10. Juli auf epd-Anfrage.

Er finde darin viele Vorschläge wieder, die derzeit in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) als "Perspektive 2025" diskutiert würden.

 

Steinacker unterstützt auch die EKD-Empfehlung, die Zahl der Landeskirchen bis zum Jahr 2030 von derzeit 23 auf acht bis zwölf zu reduzieren. "Ich bin heilfroh, dass das endlich jemand aufgeschrieben hat." Zwar gebe es unterschiedliche regionale Bedingungen, doch seien die meisten kleineren Landeskirchen schon aus rein finanziellen Gründen auf Dauer nicht lebensfähig. Steinacker wies darauf hin, dass eine gemeinsame Arbeitsgruppe der EKHN und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck darüber berate, welche Aufgabenfelder zusammengelegt werden könnten.

 

An dem EKD-Papier "Perspektiven für die Kirche im 21. Jahrhundert" lobte der Kirchenpräsident auch den Hinweis, dass sich kirchliches Leben nicht allein in der Ortsgemeinde abspiele. Die differenzierte moderne Gesellschaft verlange nach zusätzlichen Angeboten mit speziellem Profil. Mit der alleinigen Konzentration auf die Gemeinde würden die Menschen "nicht in dem von uns erhofften Maße erreicht".

 

Steinacker begrüßte den Vorschlag, dass an einigen markanten Kirchen in Deutschland thematische Zentren entstehen sollen. "Dabei darf Frankfurt allerdings nicht fehlen", wandte er ein und schlug vor, die Frankfurter Katharinenkirche zum Zentrum für "Globalisierung, Migration und Finanzen" zu machen.

 

Im Gegensatz zu einigen Amtskollegen lehnt Steinacker auch die Verlagerung von Kompetenzen zur EKD nicht grundsätzlich ab. Der Kasseler Bischof Martin Hein hatte am Wochenende erklärt, wenn mehr Zentralismus in der EKD regionale Unterschiede nivelliere, sei die föderale Struktur besser. Steinacker erklärte dagegen, der Rat der EKD müsse gestärkt werden. Allerdings erfordere dies erhöhten Abstimmungsbedarf. Die volle Souveränität der EKHN werde nicht abgegeben.

 

Skeptisch beurteilt Steinacker die Hoffnung der EKD auf mehr Gottesdienstbesuche und Taufen. Der Gottesdienstbesuch sei zu allen Zeiten hinter den Erwartungen zurückgeblieben, weil die Reformation die Pflicht zur Teilnahme aufgehoben habe.

 

(0815/10.07.06)

Linktipp: www.perspektive2025.de

 

Quelle: epd

Bild: EKHN

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