Parallel zum EKD-Zukunftskongress tagten Vertreterinnen und Vertreter der Evangelischen StundentInnengemeinden (ESG), der Evangelischen Akademikerschaft-Berlin-Brandenburg, des Ökumenischen Netzwerks Initiative Kirche von unten (IKvu) und anderer kirchlicher Verbände in der Evangelischen Akademie Wittenberg in der Lutherstadt unter dem Motto "Kirche der Befreiung sein."
Wichtigstes Ergebnis der Tagung sind die „9,5 Thesen aus Wittenberg“. Sie entstanden in einem intensiven Austausch mit Pfr. Dr. Dieter Becker, Strategieberater aus Frankfurt/Main. Die Thesen sind ausdrücklich theologisch verankert und bieten in konzentrierter Form eine evangelisch angemessene Ausgangsposition für eine Kirche der Zukunft. Sie stellen ein Gerüst zur Verfügung, anhand dessen nun alle kirchlichen Handlungsfelder konkretisiert werden können.
Ergebnis der Paralleltagung „Kirche der Befreiung sein“
zum EKD-Zukunftskongress in Lutherstadt Wittenberg
Fest im Glauben an Jesus Christus.
These 1
Gottes Schöpfungshandeln konstituiert das Handeln der Christinnen und
Christen in der Welt. Verantwortung für die Welt und was darinnen ist prägt
evangelisches Grundverständnis.
These 2
Menschliches Handeln, gebrochen in der eigenen Endlichkeit, lebt in der Hoffnung
von Kreuz und Auferstehung Jesu Christi.
Fehler machen zu dürfen, prägt evangelische Gewissheit.
These 3
Die Hoffnungszusage in Jesus Christus bildet die konstruktive Basis für
die christliche Zukunft in der Welt.
Transparenz und gerechtes Handeln prägen den evangelischen Gestaltungswillen.
Alles ist möglich, aber nicht alles
ist zuträglich.
These 4
Kirche ist Menschenwerk und bedarf der Zuversicht Gottes.
Nichts ist ewig. Deshalb planen und gestalten wir evangelische Kirche.
These 5
Gottes Zuversicht artikuliert sich in der menschlichen Ambivalenz
zwischen Bangen und Hoffen.
Nichts ist sicher. Deshalb planen und gestalten wir nur revisionsfähige
Zukunft.
These 6
Kirche ist innerweltliche Aufgabe Gottes für Christinnen und Christen,
sich Form, Struktur und Inhaltsschwerpunkte zu geben.
Nichts ist stabil. Deshalb planen und gestalten wir Kirche öffentlich,
strategisch und nachvollziehbar.
Weg, Wahrheit, Leben.
These 7
Das Handeln Gottes befreit aus menschlichem Bangen; gibt Kraft, Mut und
Hoffnung.
Neue Strukturen können, dürfen, müssen erprobt und bewertet werden, bevor sie
in der Fläche umgesetzt werden. Strategien sind revisionsfähig.
These 8
Menschliches Handeln gelingt und misslingt im Horizont der Zuversicht
Gottes.
Zukunftsmodelle müssen, dürfen, können an- und aufregen. Ihre eigene
Revisionsfähigkeit leitet Kirchenleitungen, Kommissionen und Projektgruppen.
These 9
Wahrnehmung der Welt ist Voraussetzung für die Gestaltung der Zukunft.
Wirklichkeiten dürfen, müssen, können mittels empirischer Methoden erfasst
und analysiert werden, um Zukunftsmodelle zu entwickeln.
These 9,5
Im Glauben die Zukunft gestalten.
Qu: Initiative Kirche von unten (IKvu)
Ökumenisches Netzwerk: Initiative Kirche von unten [ikvu.de]
Der Text des EKD-Impulspapiers ist auf der Website der EKD zu finden.
IKvu.Special zum Impulspapier
IKvu-Pressemitteilung zum EKD-Impulspapier vom 06.07.06
IKvu-Pressemitteilung zu Beginn der Tagung in Wittenberg vom 24.01.07
Interview mit Dr. Uwe-Karsten Plisch "Mit McKinsey ist die Kirche nicht zu retten"
Pressemitteilung der IKvu vom 06. Juli 2006 zum Impulspapier
Einladung zum Pressegespräch im Vorfeld der Tagung
Pressemitteilung der IKvu zum Ende der Tagung am 27.01.07
Votum
des Präsidiums der Bundesstudierenden-
pfarrkonferenz vom 30./31.10.2006
Andreas Seiverth, "Argumente und Anregungen"
Andreas Seiverth, "Kirche der Freiheit - Revolution von oben"
Andreas Seiverth, "Jugend ohne Ende"
Zusammenstellung:
Georg Pelzer
Letzte Änderung: 01.02.2007
Qu: IKvu