
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer,
ganz kurz möchte ich 3 persönliche Hoffnungen äußern, die ich als junger Mensch mit dem Reformprozess in der evangelischen Kirche verbinde.
Meine erste Hoffnung ist, dass die evangelische Kirche eine Kirche der Vielfalt bleibt. Oft reden wir ja von unseren Stärken und der Konzentration auf das Wesentliche. Dabei sollten wir jedoch immer darauf achten, dass die Kirche nicht einfarbig und eintönig wird. Nur in der Vielfalt, mit ihren vielen bunten Facetten, kann Kirche die Menschen in einer gelingenden Weise ansprechen.
Ein gutes Beispiel ist der Bereich der Jugendarbeit. Wenn hier auch weiterhin eine Vielfalt der Arbeitsformen und Angebote herrscht, dann gelingt es, den ganz unterschiedlichen Interessen und Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden und ihnen einen Raum zu geben, den sie als ihren Raum wahrnehmen.
Meine zweite Hoffnung ist, dass wir den Mut zum Blick aufs Ganze haben. Wohl jede und jeder von uns kennt es: Fusionen, Kürzungen, die damit auszustehenden Ängste um das Eigene. Ich wünsche mir, dass wir primär nicht an unsere eigene Organisation oder unsere eigene Landeskirche denken, nicht daran: „wie kann ich meine eigenen Besitzstände bewahren?“, sondern an unser gemeinsames Ziel: Die Botschaft des Evangeliums Jesu Christi in die Welt zu tragen und danach zu handeln.
Dass nicht die bestehenden Strukturen der Ausgangspunkt des Nachdenkens sind, sondern Fragen wie die folgenden:
- Was wollen wir erreichen?
- Was sind unsere Ideen? Was sind unsere Themen? Was ist der Auftrag von evangelischer Kirche?
- Wie wollen wir also unsere Arbeit anpacken?
Ich denke, wenn wir auf diese Art und Weise alle offen sind, und fähig sind, von Liebgewordenem und Liebgewonnenem auch mal loszulassen, dann kann etwas Neues, Gutes entstehen.
Meine dritte Hoffnung – für diesen Zukunftskongress und für die kommende Zeit: Dass wir nicht nur diskutieren und reden, sondern dass wir uns konkret daran machen, das Notwendige zu tun. Natürlich können wir nicht alles auf einmal verändern. Aber ich hoffe, dass es uns gelingt, an einigen Punkten anzufangen.
Wir sollten also nicht nur diskutieren, was sich verändern muss, sondern wir sollten auch diskutieren: wie, auf welche Art und Weise wollen wir es verändern? Und uns im Anschluss daran an die Umsetzung machen!
Ich bin überzeugt, dass wir, die wir hier in Wittenberg sind, und alle anderen Mitarbeitenden in Kirche, Ehrenamtliche wie Hauptamtliche, dies schaffen können und schaffen werden.
Dankeschön.
25.1.07 Tobias Traut, Jugenddelegierter aus Württemberg
Bild: EKD